Shanghai - Maglev 01

Sonnabend, 29. August 2009

Der Bericht ueber den letzten Tag unserer Reise wird relativ kurz, obwohl der Tag selbst fuer uns sehr lang war. Am Morgen mussten wir uns notgedrungen auf den Weg nach Shanghai machen, das Datum auf unseren Flugtickets erinnerte uns gnadenlos an das Ende der Reise.

Die Fahrt von Hangzhou dauerte nicht sehr lange. Gegen 10 Uhr kamen wir in Shanghai an. Das bedeutete, uns blieben fuer diese riesengrosse Stadt nur etwa drei Stunden, wenn wir puenktlich am Flughafen sein wollten. Wir wagten es nicht, unsere Rucksaecke am Bahnhof zu deponieren, sondern schleppten sie die ganze Zeit mit uns herum, um am Ende keine Probleme mit der Uhrzeit zu bekommen. Laengere Fussmaersche fielen also aus. Wir orientierten uns am Stadtplan meines Reisefuehrers und nutzten so gut es ging die U-Bahn.

ShanghaiShanghai - Nanjing-Strasse

Was machen nun zwei Maedchen mit wenig Zeit in Shanghai? Nein, wir waren nicht shoppen und statteten der Haupteinkaufsstrasse, die in Shanghai Nanjing-Lu heisst, nur einen ganz kurzen Besuch ab. Stattdessen besichtigten wir im Rahmen einer Bootsfahrt auf dem Huangpu-Fluss das moderne Shanghai, die beruehmte Skyline von Pudong.

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Anschliessend suchten wir uns ein kleines nettes Restaurant und fragten uns nach dem Mittagessen zur Station des Transrapid durch. Die war ganz einfach mit der U-Bahnlinie 2 zu erreichen. Der Transrapid heisst in Shanghai Maglev und verbindet die Innenstadt mit dem Flughafen der Stadt. Die Zuege verkehren tagsueber etwa jede Viertelstunde und benoetigen fuer die 30 Kilometer nur sieben Minuten. Das Suchen nach einem guten Platz und das Hinsetzen lohnt sich also fast gar nicht. Unser Zug war auch ziemlich leer.

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Die Geschwindigkeit des Maglev kann man auf einem Display ablesen. Die erreichte Hoechstgeschwindigkeit betrug 431km/h. Sie wurde allerdings nur eine kurze Zeit aufrechterhalten. Ich glaube, nur wenig mehr als eine Minute. Dann wurde der Zug schon wieder langsamer. Fuer solch ein High-Tech-Geschoss ist die Strecke doch ziemlich kurz.

Shanghai - Maglev 06

Trotzdem war die Fahrt sehr beeindruckend, aber wegen der rasenden Geschwindigkeit gleichzeitig auch sehr gewoehnungsbeduerftig. Ich denke, ueber Land kann man kaum schneller unterwegs sein. Natuerlich waren wir viel zu frueh auf dem Flughafen. Aber ich komme nun mal nicht gerne auf den letzten Druecker. Das Theater beim Einchecken gab mir Recht. Wir hatten naemlich ziemlichen Stress. Ich buche nie wieder einen Flug mit einer chinesischen Airline uebers Internet, schon gar nicht bei China Southern, angeblich die groesste Fluggesellschaft Chinas. Wir besassen zwar E-Tickets, standen aber nicht auf der Passagierliste. Es entstand ein laengeres Palaver mit der Frau am Schalter, obwohl auf dem Kontrollausdruck meine Kreditkartennummer und der Vermerk "Zahlung erfolgt" standen. Mit 2.178 Yuan (220 Euro) pro Person war der Flug auch teuer genug. Wie laecherlich dieses Theater eigentlich war, merkten wir nach dem Einsteigen. Die Maschine nach Guangzhou, wo wir umsteigen mussten, war nur gut zur Haelfte besetzt.

Warum gibt es eigentlich keine Direktfluege von Shanghai nach Hanoi? Lohnt sich das wirklich nicht? So mussten wir leider einen gut zweisstuendigen Zwischenstopp in Guangzhou (Kanton) in Kauf nehmen, bevor wir endlich nach Hanoi weiterfliegen konnten. Aber auch die Wartezeit ging vorbei und diesmal verlief das Einchecken (auch bei China Southern) zum Glueck ohne Probleme. So landeten wir dann am Abend eines langen und erlebnisreichen Tages kurz vor 22 Uhr in Hanoi-Nội Bài. Auch unser Gepaeck war richtig umgeladen worden und so waren wir eine halbe Stunde vor Mitternacht endlich zu Hause.

Damit ist nun mein Reisebericht ueber vier Wochen Nordkorea und China zu Ende. Ich habe mich bemueht, wieder einige geschichtliche Details einfliessen zu lassen, um mich etwas von anderen Reiseberichten zu unterscheiden. Ich danke allen Lesern, die bis zum Ende durchgehalten haben. Die Fotos dieses Reiseberichtes stammen wie immer fast alle von der begnadeten Fotografin Phương. Naechsten Sommer werde ich, allerdings hoechstwahrscheinlich allein, nach Tibet gehen.

Viele Gruesse
Cathrin

Shanghai 01