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Die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh habe ich vor einiger Zeit schon vorgestellt. Ende April war ich mit Sopheak wieder mal fuer zwei Tage in der Stadt. Neben dem Besuch der Universitaet, an der Sopheak ab Herbst studieren moechte, und den Streifzuegen ueber diverse Maerkte besuchten wir auch das wichtigste buddhistische Heiligtum der Stadt, ueber das ich heute ein bischen ausfuehrlicher schreiben moechte.

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Lassen wir zunaechst die Legende sprechen.

Eine wohlhabende Witwe namens Penh lebte am Ufer des Tonle-Sap-Flusses. Als dieser eines Tages anstieg, schwemmt die Flut einen Baumstamm ans Ufer. Frau Penh naeherte sich dem Baumstamm und entdeckte in seinem hohlen Inneren vier kleine Buddha-Figuren und eine steinerne Goetterstatue. Voller Freude liess sie einen Erdhuegel aufschuetten und darauf eine Pagode errichten, um den Statuen ein wuerdiges Zuhause zu schaffen.
1372 wurde das Heiligtum eingeweiht und nach der Stifterin Wat Phnom Don Penh (Kloster auf dem Berg Frau Penhs) genannt. Heute noch ist der Wat Phnom, der spaeter namensgebend fuer die Stadt Phnom Penh (Berg der Penh) werden sollte, das wichtigste lokale Heiligtum.

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Vor allem an Feiertagen mueht sich ein Strom von Pilgern die von zwei siebenkoepfigen Naga-Schlangen, mythologischen Waechterfiguren und Steinloewen gesaeumte Treppe empor, um das Heiligtum zu besuchen. Wahrsager, betende Menschen, Bettler, Touristen und kichernde Maedchen ergeben eine bunte Mischung.

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Auf dem Huegel befinden sich eine Reihe von Bauwerken. Die Pagode wurde urspruenglich aus Holz erbaut, im fruehen 19. Jahrhundert erstmals in Stein neu errichtet und seitdem mehrmals restauriert. In ihrer heutigen Form stammt sie aus dem Jahre 1926. Im Inneren finden sich Wandmalereien mit Szenen aus den Jatakas (Geschichten ueber die Vorexistenzen des Buddha), u.a. die letzte Inkarnation Buddhas als Prinz Vessantara. Die Kapitelle der Saeulen, die das Ziegeldach stuetzen, werden von Kinaris (mythologischen Vogelmenschen) geschmueckt.

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Hinter der Pagode ragt ein grosser Stupa auf, der eine Urne mit den sterblichen Ueberresten des Stadtgruenders Koenig Ponheo Yat (1393-1463) enthaelt. Zwischen Pagode und Stupa sitzt weise laechelnd die legendaere Dame Penh in einem bunt geschmueckten Schrein. Die chinesischen und vietnamesischen Glaeubigen suchen insbesondere den auf der Nordseite des Huegels gelegenen Tempel Preah Chau auf. Dort werden gleich mehrere Gottheiten verehrt, neben dem Schutzgeist des Wat Phnom, Preah Chau, zwei daosistische Gottheiten und eine achtarmige Vishnu-Statue.

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An der Suedseite des Huegels erinnert oberhalb einer grossen Blumenuhr ein Denkmal an die Rueckgabe der drei von Thailand besetzten Provinzen Battambang, Siem Reap und Sisophon am 23. Maerz 1907, symbolisiert durch drei Frauen mit Opfergaben. Die vergoldete Statue dient dem Gedenken an Koenig Sisowath (1840-1927).

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In dem kleinen Park rings um den Tempelberg haben Astrologen, Geomanten und Handleser ihre Staende aufgebaut. Sie leben gut davon, den richtigen Tag fuer eine Hochzeit, einen wichtigen Geschaeftsabschluss oder den Antritt einer Reise zu bestimmen. Manche Besucher kaufen von Jungen, die grosse Vogelkaefige herumtragen, ein paar Singvoegel und lassen sie frei. Haben die Tiere ihre Freiheit zurueck, erfuellen sich die Wuensche der Glaeubigen. Als gluecksbringend gilt es auch, die in den Wipfeln der hohen Baeume tobenden Affen zu fuettern oder einen Ausritt auf einem der Elefanten zu unternehmen, die am Fusse des Huegels warten.

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Viele Gruesse
Cathrin

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