Gruener Mond ohne Moped

In Berlin leben rund 15.000 Vietnamesen. Zwischen 2001 und 2005 hatte ich in der Stadt viele vietnamesische Freunde und Bekannte. Damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass unter Deutschen viele Vorurteile ueber die Vietnamesen bestehen. Man wusste einfach nicht genug ueber diese Menschen. Daran trugen die Vietnamesen aber auch einen nicht unbetraechlichen Teil der Schuld. Die vietnamesische Gemeinschaft lebte recht abgeschottet und nur selten "verirrten" sich andere Deutsche auf unsere geselligen Zusammenkuenfte. Meine Erfahrungen, die man sicher nicht verallgemeinern kann, waren ueberigens nicht immer nur positiv. Da ich viele neue Leser habe, hier der Link zu einem Blogeintrag vom April 2008, wo ich mich mit dem Thema beschaeftigt habe: Vietnamesen in (Ost)Berlin

Nun bin ich auf ein Buchprojekt gestossen, das helfen kann, einen grossen Teil dieser Vorurteile abzubauen. Die Schauspielerin Elisabeth Fritze fuehrte im Vorfeld eines Theaterprojektes mit vietnamesischen Jugendlichen in Berlin-Lichtenberg im Sommer 2008 viele lange Gespraeche. Die interessantesten dieser Gespraeche hat sie in Buchform veroeffentlicht. Vietnamesische Kinder und Jugendliche erzaehlen ueber ihr Leben in Deutschland, ueber die Unterschiede zwischen Deutschland und Vietnam. Sie berichten ueber Konflikte mit ihren Familien im Umgang mit alten Traditionen, ueber die Suche nach ihrer kulturellen Identitaet und aeussern ihre Wuensche und Hoffnungen fuer die Zukunft. Die Interviews sind fuer mich ein Beleg, dass die Integration der zweiten Generation der Vietnamesen in Deutschland ohne groessere Probleme vonstatten geht.

Das kleine Buechlein kann man sich auf der Webseite von Elisabeth Fritze kostenlos herunterladen. Einfach oben auf das Cover klicken.

Viele Gruesse
Cathrin