Jade Buddha - Linh Thuu Pagode

Der groesste Jade-Buddha der Welt reist seit 2009 als Friedenssymbol rund um die Erde. Die Figur ist 2,70 Meter gross, wiegt ueber 4 Tonnen und steht auf einem 1,40 Meter hohen Sockel. Ihr Wert betraegt fuenf Millionen Dollar. Finanziert wurde die Herstellung der Figur, an der 30 Kuenstler beteiligt gewesen sein sollen, aus Spendengeldern von Auslandsvietnamesen, vor allem von ehemaligen Bootsfluechtlingen. Der grosse Jadebrocken, aus dem die Buddha-Figur geschaffen wurde, stammt aus Nordkanada. Die Verehrung der Jade-Buddha-Figur gilt als eine wertvolle Tugend. Sie ist Kunstwerk und geistiges Heiligtum zugleich und wurde vom Dalei Lama gesegnet. Mehrere Millionen Menschen beteten bereits vor der Statue fuer den eigenen und den Weltfrieden.

Zur Zeit befindet sich der Jade-Buddha des Universellen Friedens in Deutschland. Zuletzt war er vom 2. bis 10. Juli in der Pagode Linh Thứu der Buddhistisch-Vietnamesischen Gemeinde in Berlin-Spandau zu sehen. Die letzte Station der gigantischen Figur in Deutschland sollte Leipzig sein. Heute frueh war die Eroeffnungszeremonie an der Kamenzer Strasse geplant. Doch dazu kam es leider nicht. Auf dem Weg von Berlin nach Leipzig endete die Friedensmission. Mitten auf der Autobahn kippte die Figur vom LKW-Anhaenger. Dabei wurde sie schwer beschaedigt. Die Bergungsarbeiten dauerten laut Zeitungsberichten mehrere Stunden. Die Veranstaltung in Leipzig musste abgesagt werden.

Berlin-Spandau - Linh Thuu Pagode

Sicher war es nur ein Unfall. Vielleicht ja aber auch nicht. Mir gehen da naemlich auch noch ganz andere Gedanken durch den Kopf. Ich kann ja eigentlich mit Religionen aller Art nur wenig bis gar nichts anfangen. Der Buddhismus ist aber ohne Zweifel die friedlichste und toleranteste aller Religionen. Nicht umsonst ist die Ausstellungstour des Jade-Buddhas dem Frieden in der Welt gewidmet. Doch ist er da in Deutschland ueberhaupt am richtigen Platz? In einem Land, das seit Jahr und Tag in Afghanistan Krieg fuehrt. In einem Land, das den Krieg im Irak und den Bombenterror gegen Libyen zumindest logistisch unterstuetzt und damit fuer den Tod von tausenden Zivilisten mitverantwortlich ist. In einem Land, wo der Ruf nach bewaffnetem Eingreifen in sogenannten Krisengebieten zum angeblichen Schutz der Handelswege immer lauter wird. In einem Land, das zum drittgroessten Waffenexporteur der Welt geworden ist. Nein, meine alte Heimat ist wahrlich kein friedliebendes Land mehr!

Koennte es nicht sein, dass es doch kein einfacher Unfall war und der Jade-Buddha ein symbolisches Zeichen setzen wollte? Ein Zeichen im Sinne von: Ich fuehle mich in diesem Land nicht wohl! Bringt mich bitte weg von hier! In diesem Land kann ich meine Mission sowieso nicht erfuellen! Ich weiss, dass diese Gedanken ziemlich abwegig klingen, besonders fuer mich als Atheistin. Trotzdem ist es bestimmt nicht verkehrt, einmal darueber nachzudenken.

Viele Gruesse
Cathrin