Baden im Mekong 02

In den vergangenen beiden Monaten sind in Vietnam fast 200 Kinder beim Baden in Fluessen, Kanaelen, Seen und Teichen ertrunken. Diese ungewoehnlich hohe Zahl ist vor allem dem in diesem Jahr sehr heissen Fruehsommer geschuldet, der viele Kinder Erfrischung im Wasser suchen laesst. Besonders in Zentralvietnam ist es schon seit Wochen sehr heiss. Auch in Hanoi hatten wir im April eine fuer diese Jahreszeit sehr ungewoehnliche Hitzewelle. Leider sind solche Unfaelle aber keine Seltenheit. Nicht der Strassenverkehr, sondern Ertrinken ist die haeufigste Todesursache fuer Kinder in Vietnam. Denn die wenigsten vietnamesischen Kinder koennen schwimmen. Und wenn sie es doch koennen, dann reichen ihre Faehigkeiten oft nicht aus, um mit einer kritischen Situation fertig zu werden. Auch Lan kann sich ja mit grosser Muehe gerade mal so ueber Wasser halten.

Kinder am Schwarzen Fluss - Provinz Son La

Selbst im Mekong Delta, wo sich in vielen Regionen das Leben fast komplett auf dem Wasser abspielt und das jedes Jahr regelmaessig von Ueberschwemmungen betroffen ist, koennen nur gut ein Drittel der zwoelf- bis fuenfzehnjaehrigen Kinder schwimmen. In anderen Gebieten des Landes, auch bei uns in Hanoi, liegt diese Quote noch einmal deutlich niedriger bei unter 10 Prozent. Stadtkinder haben ja auch in der Regel mangels Infrastruktur, die einen Schwimmuntericht an den Schulen gar nicht zulaesst, ueberhaupt keine Moeglichkeit, das Schwimmen zu erlernen. Die geringe Quote aus dem Mekong Delta hat mich dann aber doch ziemlich ueberrascht. Bei solchen Badeunfaellen kommen oft mehrere Kinder gleichzeitig ums Leben, manchmal sogar zwei oder drei aus einer Familie. Ein besonders tragischer Fall, der kuerzlich durch die Presse ging, war das Schicksal der kleinen Trang, die ,des Schwimmens kundig, ihren Freunden helfen wollte und dabei selbst ertrank.

Viele Gruesse
Cathrin

Baden im Mekong 01